Drei Jahrhunderte Metallkompetenz aus Großenhain

Frühe Anfänge in Görzig bei Großenhain

TAUPITZ aus Großenhain bearbeitet nun bereits im dritten Jahrhundert Metall. Hervorgegangen aus einer Schmiede in Görzig bei Großenhain, die 1732 Johann Gottfried Seydentörfler erwarb und 1743 an seinen Schwiegersohn Christian Taupitz verkaufte. Seit dieser Zeit ist der Betrieb stets in Familienbesitz und orientierte sich an den Bedürfnissen seiner Kunden – eine Unternehmensgeschichte, die ihresgleichen sucht.
Grafik des sächsischen Meilensteins 2016, freigestellt
Schlußstein an der Schmiede Walda
Schlußstein an der Schmiede Walda

Schmiede in Walda

Im 1807 erwarb Johann Friedrich Carl Taupitz, ein Nachkomme der Familie Taupitz in Görzig, von Johann Gottfried Herrmann ein Haus in Walda und erbaut eine Schmiede. An diesem Gebäude brachte er einen Schlussstein an, der seine Initialen und das Baujahr trägt. In dieser Zeit waren vor allem der Hufbeschlag und Reparaturarbeiten für die örtlichen Bauern der Schwerpunkt der Tätigkeit.

Verzweigung ab 1900

Um 1900 hatte der damalige Eigentümer, Schmiedemeister Clemens Taupitz drei Kinder. Seinem Sohn Rudolf Taupitz vermachte er seine Schmiede in Walda und sein ältester Sohn Walter kaufte sich 1932 eine Schmiede im weit entfernten Helmsdorf bei Stolpen, da auch er den Beruf des Schmiedes erlernte. Die einzige Tochter Herta bekam 1943 ihren Sohn Eberhard. Auch er begeisterte sich für das Schmiedehandwerk und übernahm 1969 die Schmiede seines Onkels Walter in Helmsdorf, der keine eigenen Kinder als mögliche Nachfolger hatte.
historisches Foto zeigt Clemens Taupitz mit Sohn Walter vor der Schmiede in Walda (1908)
Clemens mit Sohn Walter vor der Schmiede in Walda (1908)
historisches Foto zeigt Rudolf, Walter und Herta Taupitz um 1920
v.l.n.r. Rudolf, Walter und Herta Taupitz um 1920

Fortführung durch Bernd Taupitz in Walda

Die Schmiede in Walda führte Rudolf Taupitz seit 1949 weiter. Er hat zwei Söhne, von denen  wiederum einer seine berufliche Zukunft in der Metallbranche sah. Ab Januar 1981 führte der älteste der beiden Söhne, Bernd Taupitz, den Betrieb weiter und sanierte in den folgenden Jahren die vorhandenen Gebäude. Im Jahr 1988 wurde die zu klein werdende Werkstatt durch einen Neubau erheblich erweitert, um die Zuliefertätigkeit für die Industriebetriebe der Region weiter ausbauen zu können.

Neuausrichtung zum Blechbearbeiter

Durch die Wiedervereinigung Deutschlands brachen die Zulieferaufträge für die ostdeutsche Industrie vollständig zusammen. Umso wichtiger war es, neue Betätigungsfelder und Kunden zu erschließen. Bernd Taupitz sah in der Blechbearbeitung die Chance, die fast 300-jährige Metallkompetenz des Familienunternehmens auf ein neues Niveau zu heben. Bereits 1991 wurden dafür erste CNC-Maschinen angeschafft und der Maschinenpark in den Folgejahren konsequent erweitert.

sanierte Schmiede in Walda (2014)
sanierte Schmiede in Walda (2014)

Neuer Standort in Großenhain und Ausbau der Produktionsfläche

Ab 1995 ermöglichten die Platzverhältnisse in Walda kaum noch Wachstum, sodass 1996 mit dem Bau einer neuen Produktionsstätte in einem Großenhainer Gewerbegebiet begonnen wurde. Das neue Gebäude konnte im Frühjahr 1997 bezogen werden. Durch den Umzug in die neue Halle wuchs die Produktionsfläche von 350 m² auf 1.800 m² und auch großzügige Büroflächen kamen hinzu.

Luftbild der Firma im Jahr 2020
neue Produktionsstätte in Großenhain (2013)

Technologische Weiterentwicklung: CNC-Blecbearbeitung jetzt mit Laser und weiteren Maschinen

Laserschneiden mit Fiberlaser - Blick in den Maschinenraum
Blick in den Maschinenraum
In der gleichen Zeit wurde auch der Maschinenpark nochmals erweitert und mit einer Laserschneidmaschine des belgischen Herstellers LVD konnten nun komplexe Blechkonturen per Laserstrahl geschnitten werden. Weiterhin wurden auch Maschinen zum Blechrundbiegen und zusätzliche Gesenkbiegemaschinen erworben. Der Bedarf komplexer Blechteile wuchs stetig, sodass im Jahr 2007 und nochmals im Jahr 2012 weitere CNC-Laserschneidmaschinen angeschafft wurden.
Zu dem Leistungsspektrum des Unternehmens zählt nun das Laserschneiden, Gesenkbiegen, Rundbiegen und Stanzen von Blechen aus Baustahl-, CrNi-Stahl und Aluminium. Auch komplette Schweißbaugruppen aus solchen Teilen werden in Großenhain hergestellt.

Generationswechsel und heutige Unternehmensführung

Bernd Taupitz übergab den Betrieb aus Altersgründen an Andrew Taupitz, den Sohn seines Cousins Eberhard aus Helmsdorf. Mit seiner Ausbildung im Blechbereich und dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens führt Andrew das Unternehmen im Sinne der Familie weiter.

In den letzten 10 Jahren wurden weit über 4 Mio. EUR unter anderem in Laser- und Abkanttechnik investiert

Hallenanbau 2024 und rechtliche Umfirmierung

Ein bedeutender Meilenstein war der Hallenanbau 2024, der nicht nur zusätzliche Produktionsfläche, sondern auch neue logistische Möglichkeiten für das Unternehmen geschaffen hat. Die Planung erfolgten in enger Zusammenarbeit mit dem Ingenieur-Büro Kalex. Mit Brumm-Bau aus Meißen und Metallbau Hausmann aus Walda-Kleinthiemig konnte das Unternehmen zudem auf zwei verlässliche Partner aus der Region setzen, die für die Ausführung der Rohbau- und Stahlbauarbeiten verantwortlich waren.
Bauarbeiten für den neuen Hallenanbau 2024 auf dem Gelände der TAUPITZ GmbH & Co. KG.
Seit Anfang 2022 firmiert das Unternehmen als TAUPITZ GmbH & Co. KG und befindet sich weiterhin vollständig im Besitz von Andrew Taupitz – ein Familienunternehmen mit drei Jahrhunderten Metallkompetenz.